Kinderzeichnung eines Ritters auf einem Pferd, der von der Burg in die Tiefe springt.Foto: @ M. Flügge

Rittersprung

Sagen und Legenden aus Altenahr

Rittersprung

„Todessprung“

zu Altenahr

Als einst ein großer Fürst mit seinem Kriegsheer vor die Burg Are gezogen kam, vermochten sie auch mit aller Übermacht nicht, den Berg und die Burg zu erobern. Denn die Wachmannschaften auf der Burg waren wachsam und stets bereit, mit heißem Pech und Steingeröll sämtliche Angreifer zu empfangen und zu vertreiben. Schließlich wurde kein Angriff mehr versucht. Das Kriegsheer umstellte aber so dicht den Berg, dass selbst zur Nachtzeit kein Fuchs, geschweige denn ein Mann mit 
Proviant durchkommen konnte. So musste das Volk des Burgherrn auf Burg Are Hunger leiden. Nachdem das Kriegsheer so den ganzen Sommer lang 
vor der Burg gelegen hatte, die drohend über ihnen blieb, hörten sie eines Morgens im Herbst eine Stimme laut von der Burg in das Tal hinunterrufen. Als der Kriegsfürst mit seinem Gefolge lauernd kam, sahen sie den Burgherrn gepanzert als Ritter mit dem Helmbusch wie zum Turnier geschmückt. Hoch oben auf dem Burgwall ritt er langsam am Rand der Burg umher. Sie hörten seine stolze Stimme, trotzig den Feldgesang zum Ansturm erklingen. Sie liefen zu ihren Waffen und versuchten 
vergeblich dem kühnen Ritter mit einem Bogenschuss 
beizukommen.

Da spornte der stolze Ritter sein Ross auf der schmalen Mauer an und stürmte, die Lanze in der Faust, mit einem Schlachtruf vom höchsten Rand der Burgklippe. Sein 
mutiges Ross sprang geradeaus in den Himmel. Einen 
Augenblick sahen die Belagerer den Reiter aufrecht in der Luft, dann überstürzten sich Ross und Reiter und rollten mit einem Sturz von Steinen in die Ahr. Als sie danach die Burg erstürmten, waren dort keine Wachmannschaften mit Pfeil und Bogen mehr zu finden. Als sie zögernd durch das gebrochene Tor in den Burghof kamen, um nach den Burgbewohnern zu suchen, war 
nirgendwo ein Leben zu finden. Wohl aber sahen sie die frischen Gräber, wo der Ritter 
seine Frau, all seine Söhne und auch die letzten seiner Mannschaft begraben hatte. Alle waren vor ihm dem 
Hungertod verfallen, dem er allein trotzig entging. Man 
erzählt sich noch heute, dass man weder Ross noch Reiter wiederfand. Sie sollen für ihren Mut mit dem Leben 
belohnt worden sein.

Historische Burgführungen

1. und 3. Samstag im Monat
von April bis Oktober
11 Uhr nach Voranmeldung
Dauer: 2 Stunden
Preis: 12 Euro pro Person
(inklusive Weinverkostung)
Kinder vergünstigt

Tel.: +49 171 922 66 48
info@altenahr-ahr.de
nicoleluediger@freenet.de

Kinderzeichnung eines Ritters auf einem Pferd, der von der Burg in die Tiefe springt. Foto: @ M. Flügge
KinderSagen & Legenden

Rittersprung

Der stolzer Ritter und sein Ross stürmte mit einem Schlachtruf vom höchsten Rand der Burgklippe geradeaus in den Himmel.
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