Ein Haus, dass mit einem Schal eingepackt ist, daneben eine Heizung.

Nahwärmenetz

Altenburg

Das kalte

Nahwärmenetz

in Altenburg

Die Ortsgemeinde Altenahr hat im Ortsteil Altenburg ein modernes kaltes Nahwärmenetz aufgebaut, das nicht auf klassischer Fernwärme mit hohen Temperaturen und fossilen Brennstoffen basiert, sondern auf einer Kombination von oberflächennaher Geothermie und dezentralen Wärmepumpen. Ziel ist eine nachhaltige, klimafreundliche Wärmeversorgung – insbesondere im Zuge des Wiederaufbaus nach der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021.

Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung der technischen Auslegung des Netzes sowie eine Zusammenfassung des Installationsablaufs der letzten drei Jahre.

Technische Beschreibung

Aufbau und Komponenten

Das Netz basiert auf oberflächennaher Geothermie: In Altenburg wurden drei Sondenfelder mit insgesamt 75 Erdwärmesonden errichtet, die jeweils in ca. 120 Metern Tiefe eingelassen wurden. Diese Sonden führen ein Wärmeträgermedium (Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch) in Zirkulation, das die in der Tiefe konstant vorhandene Wärme (~10-12 °C) aufnimmt.

Über ein Ring-Leitungssystem wird dieses Medium zu den Hausanschlüssen transportiert. Dort wird mittels einer lokalen Wärmepumpe das Temperaturniveau für Heizung und ggf. Warmwasser erhöht. Im Sommer besteht auch die Möglichkeit zur Temperierung bzw. Kühlung. Der Betrieb vermeidet fossile Brennstoffe, reduziert CO₂-Emissionen und ist auch ökonomisch zukunftsgerichtet angesichts steigender Energiepreise.

Planer · Straßenbau · Rohrleitungsbau · Geothermie-Bohrer

Kurzinformationen Kalte Nahwärme Altenburg tabellarisch aufgeführt

Ablauf der Installation in den letzten drei Jahren

Jahr 1 – Vorbereitung & Planung

In Zusammenarbeit mit der Energieagentur Rheinland Pfalz und der Hochschule Mainz wurde nach der Flut 2021 die Machbarkeit eines kalten Nahwärmenetzes untersucht. Es wurden Probebohrungen und geologische Untersuchungen vorgenommen, um die oberflächennahe Geothermie sicher planen zu können. Förderanträge wurden gestellt – das Projekt erhielt eine Förderung von knapp 1,8 Mio. Euro durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland Pfalz (MKUEM) und EU-EFRE-Mittel.


Jahr 2 – Bauphase & Erschließung

In dieser Phase erfolgte der eigentliche Tiefbohrungs- und Sondeneinbau – die 75 Sonden wurden eingebracht, Sondenfelder erschlossen. Parallel dazu wurde das Leitungs- und Verteilnetz im Ortsbereich verlegt: Eine Trassenlänge von etwa 1.538 Metern wurde realisiert. Hausanschlüsse wurden vorbereitet, Verbindungspunkte zu den einzelnen Gebäuden geschaffen – Einfamilienhäuser, Altenheim, Schulen wurden als potenzielle Anschlüsse identifiziert.

Jahr 3 – Inbetriebnahme & Anschlussbetrieb

Am 2. September 2024 wurde das Netz offiziell in Betrieb genommen. Aktuell sind 16 Gebäude angeschlossen, inklusive Seniorenzentrum „Ahrschleife“, die Grundschule sowie das Jugendbüro, die Realschule Plus und die dazugehörige Turnhalle schließen an das Netz an. Der Betrieb wird von der Ortsgemeinde Altenahr selbst betreut – so bleibt die Steuerung und Weiterentwicklung in kommunaler Hand.

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